Situation – 2009 Info

zu aktuellen Situation 2009 Stellungnahme
19.​04.​09

Liebe Freun­dIn­nen des Ka­lei­do­skops!

Wie­der ist ein Monat ver­gan­gen und es gibt ei­ni­ges Neues zu be­rich­ten. Die Klage hängt uns nach wie vor zum Hals her­aus, die Ver­mie­te­rin scheint aber immer ko­ope­ra­ti­ons­be­rei­ter zu wer­den (mehr Infos nach der Be­spre­chung mit ihr…)

Der hin­te­re Raum wurde von en­ga­gier­ten Ak­ti­vis­tIn­nen wun­der­schön re­no­viert, wir haben jetzt ein neues, er­go­no­misch de­sign­tes DJ-​Pult, pas­send zur neuen Couch-​Gar­ni­tur, und grüne Wände.

Wie immer freu­en wir uns in die­sen har­ten Zei­ten der Un­ge­wiss­heit über stän­di­gen und in­ter­es­sier­ten Be­such. Nehmt eure Freun­de und Freun­des­freun­de al­ler­lei Ge­schlechts mit!

Üb­ri­gens: wer in der nächs­ten Zeit das Ka­lei­do­skop be­sucht, geht das Ri­si­ko ein, von selt­sa­men grü­nen Männ­chen aus dem All ge­filmt zu wer­den. Keine Angst, das sind keine ver­deck­ten Er­mitt­ler vom Pla­ne­ten Xonph, son­dern das Film­team von United Ali­ens TV ([ http://​www.​unitedaliens.​tv/​ ]www.​unitedaliens.​tv), das in den nächs­ten Tagen und Wo­chen einen Be­richt über die au­ßer­or­dent­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten dreht, die im Ka­lei­do­skop statt­fin­den.

Wich­ti­ge Ter­mi­ne in der nächs­ten Zeit:

Am Sonn­tag, 19.​04.​2009, fin­det wie­der ein­mal das Hän­ge­mat­ten­café statt, er­kämpf dir dei­nen Platz in der ein­zi­gen Häng­mat­te und schlürf dei­nen Chai ge­müt­lich beim Ab­hän­gen im Ka­lei­do­skop. Ab 20 Uhr

Die­ser Monat be­schert uns nicht nur den Früh­lings­be­ginn, son­dern auch einen wah­ren Hagel an The­men­aben­den. zB am 24. 04. trifft uns der Blitz des „An­ar­cha­Fe­mi­nis­mus“. 18 Uhr Dis­kus­si­on, an­schlie­ßend Auf­le­ge­rei.

Schon An­fang Mai geht es dann düs­ter zu im Ka­lei­do­skop: The Dark Side of the Rain­bow lässt euch am 02. 05. er­schau­ern-​ und tan­zen, wenn denn alles mit rech­ten Din­gen zu­geht… ab 21 Uhr

Also, wie ihr seht, gibt es ei­ni­ges zu er­le­ben im Ka­lei­do­skop. Kommt vor­bei und seht es mit euren ei­ge­nen Augen.

Wir freu­en uns auf euren Be­such!

Das Ka­lei­do­skop-​ Team
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Liebe Kul­tur­pro­jekt­ler_in­nen und Freun­d_in­nen des Ka­lei­do­skops!

Wie man­che viel­leicht schon ver­nom­men haben, be­fin­det sich das Ka­lei­do­skop, of­fe­ner Ver­an­stal­tungs­raum, Ver­eins­lo­kal und selb­stän­di­ger Teil des Ku­Ku­MA-​Netz­wer­kes, zur­zeit in einer brenz­li­gen Si­tua­ti­on. Als einem von we­ni­gen al­ter­na­ti­ven of­fe­nen Räu­men in Wien wird ihm das (Über-)Leben schwer ge­macht. A4 Flya zum aus­dru­cken, fal­ten und ver­teil -> Seite 1 A4 Flya zum aus­dru­cken, fal­ten und ver­teil -> Seite 2

Kon­kret sind wir ge­ra­de im Clinch mit un­se­ren Ver­mie­tern. Diese nutz­ten die Tat­sa­che, dass sie durch einen von uns nicht be­merk­ten Ver­wal­tungs­feh­ler zwei Mie­ten nicht er­hal­ten haben, als Vor­wand, den Kampf gegen uns zu er­öff­nen. Es liegt ein Klage gegen uns vor die trotz dem Nach­weis das wir die Mie­ten nach­ge­zahlt haben auf­recht bleibt. In der Klage wird uns wei­ters vor­ge­wor­fen das wir die Räume un­zweck­mä­ßig nüt­zen sowie (an­geb­lich) ent­gelt­lich ver­mie­ten (die Räume sind als Ver­eins­lo­kal ge­mie­tet). Des wei­te­ren wird uns „un­leid­li­ches“ Ver­hal­ten, ab­sur­de Dinge wie uri­nie­ren im Stie­gen­haus und Ver­schmut­zung und Be­schä­di­gung des Ge­bäu­des an­ge­las­tet.

Was sie je­doch über­se­hen haben: wir leis­ten alle eh­ren­amt­li­che Kul­tur­ar­beit, die in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren der Ka­lei­do­le­bens­zeit immer wie­der viele An­hän­ger_in­nen, Mit­hel­fer_in­nen, Be­su­cher_in­nen, Stamm­gäs­t_in­nen, Sich-​Be­tei­li­gen­de und Kon­su­mie­ren­de in die Räume der Schön­brun­ner­stra­ße 91 ge­bracht hat.

Wir sind nicht nur ein paar Leute, die in Augen Man­cher stän­dig in ihrem (Ver­eins-​)Lokal ab­hän­gen und laut Ver­mie­tern ein „un­leid­li­ches“ Ver­hal­ten an den Tag legen.

Wir sind ein gro­ßes Pro­jekt, in das viele Men­schen schon eine Un­men­ge En­er­gie und auch Geld und Ar­beits­zeit ge­steckt haben und des­sen Ver­schwin­den Wien um ein Stück jun­ger al­ter­na­ti­ver Kul­tur brin­gen würde. Die Si­tua­ti­on ist zu­sätz­lich in­so­weit pre­kär für uns, als wir si­cher sein kön­nen, dass wir im Falle eines Ver­lus­tes un­se­rer Räum­lich­kei­ten kei­ner­lei ver­bind­li­che Un­ter­stüt­zung sei­tens der Stadt er­hal­ten. Zahl­rei­che ak­tu­el­le und his­to­ri­sche Bei­spie­le aus der kul­tu­rel­len Ge­schich­te der Stadt be­le­gen dies.

Neben Ver­an­stal­tun­gen, die von uns selbst or­ga­ni­siert wer­den, stel­len wir die Räume für ver­schie­dens­te Ideen, Grup­pen und Pro­jek­te kos­ten­los zur Ver­fü­gung. Auf Basis von ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt und dem Aus­schlie­ßen von ge­sell­schaft­li­chen Mus­tern, die uns ein­schrän­ken (Se­xis­mus, Ras­sis­mus, Ho­mo­pho­bie, u.ä.) wird damit eine Platt­form für Kunst-​ und Kul­tur­schaf­fen­de er­mög­licht, die sich die Miete eines „nor­ma­len“ Raums für ihre Ar­beit nicht leis­ten kön­nen und denen hier eine Mög­lich­keit ge­bo­ten wird, Ei­ge­nes zu ver­wirk­li­chen.

Die Räum­lich­kei­ten fi­nan­zie­ren sich auf Basis von frei­wil­li­gen Spen­den selb­stän­dig. Was pas­siert und wer sich be­tei­ligt er­gibt sich durch In­ter­ak­ti­on und Feed­back. Ent­schei­dun­gen wer­den ge­mein­sam und kon­sens­ori­en­tiert ge­trof­fen; Plena und ba­sis­de­mo­kra­ti­sche Ab­stim­mun­gen ste­hen auf un­se­rer Ta­ges­ord­nung, um auch die­je­ni­gen zu Wort kom­men zu las­sen, die sonst von Ent­schei­dungs­pro­zes­sen aus­ge­schlos­sen wer­den. Hier­durch bie­ten wir eine leb­ba­re Al­ter­na­ti­ve zum kul­tu­rel­len (Kon­sum-​)Main­stream. Durch die kon­se­quen­te Ver­fol­gung die­ses Kon­zepts ist aus einer an­fäng­li­chen Grup­pe von 7 Men­schen ein Pro­jekt her­an­ge­wach­sen, an dem sich heute über 30 Per­so­nen be­tei­li­gen.

So sind in den An­na­len des Ka­lei­do-​Pro­gramms neben Kaf­fee­haus­nach­mit­ta­gen, Le­sun­gen und Aus­stel­lun­gen auch The­men-​, Spiel-​ und Film­aben­de, Prä­sen­ta­tio­nen, Work­shops, Kon­zer­te und Jam-​Ses­si­ons bis hin zu The­men­par­ties und ver­schie­dens­ten Mu­sik­ver­an­stal­tun­gen (von Dub über Elec­tro zu Reg­gae, Cros­s­o­ver, 60ies u.v.m.) alles, was das Herz be­gehrt, ver­zeich­net.

Da wir mit un­se­rem Pro­jekt nicht al­lei­ne da­ste­hen, son­dern es eine klei­ne, aber le­ben­di­ge und wach­sen­de Com­mu­ni­ty an­de­rer al­ter­na­ti­ver/po­li­ti­scher (Ge­gen-​)Kul­tur­pro­jek­te in Wien gibt, die immer wie­der mit ähn­li­chen Pro­ble­men wie un­se­rem der­zei­ti­gen zu kämp­fen haben, bit­ten wir euch um eine So­li­da­ri­täts­er­klä­rung mit dem Ka­lei­do­skop. Nehmt auch selbst Stel­lung dazu, wie es euch ge­ra­de geht und wie ihr die ak­tu­el­le Lage in Wien seht. An die­ser Stel­le wol­len wir auch auf Tüwi ver­wei­sen, das selbst­ver­wal­te­te Kul­tur und Ver­an­stal­tungs­pro­jekt bei der Boku ist im Mo­ment eben­falls in einer be­droh­ten Lage. Ende des Mo­nats (am 31.​3.​09) ent­schei­det Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und For­schung (Jo­han­nes Hahn) über die wei­ter Ver­wen­dung des Ge­bäu­des und damit auch über eine mög­li­che Rück­ga­be des Ge­bäu­des an die BIG (Bun­des­im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft), was ein AUS für das TÜWI be­deu­ten würde. www.​tuewi.​action.​at/​ Pe­ti­ti­on: In­itia­ti­ve Haus der Stu­die­ren­den http://​petition.​hausderstudierenden.​at

Weil es wich­tig ist, dass Wag­nis­se, wie Raum zu schaf­fen und Ideen durch selb­stän­di­ge Par­ti­zi­pa­ti­on zu ver­wirk­li­chen, auch in Zu­kunft mög­lich ge­macht wer­den und fort­be­ste­hen kön­nen!

Wir wol­len die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on nut­zen, uns mit an­de­ren Pro­jek­ten wei­ter zu ver­net­zen, auch öf­fent­lich auf ge­mein­sa­me immer wie­der auf­tre­ten­de Pro­ble­me und Un­recht auf­merk­sam zu ma­chen und zu zei­gen, dass die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on so nicht mehr trag­bar ist. Al­ter­na­ti­ve kul­tu­rel­le Pro­jek­te müs­sen stän­dig ums Über­le­ben kämp­fen. Wir for­dern hö­he­re Ak­zep­tanz und Un­ter­stüt­zung, funk­tio­nie­ren­de Schnitt­stel­len für Pro­jek­te, die sich nicht nur einer Spar­te zu­ord­nen las­sen (Kul­tur und So­zia­les, Kul­tur und Bil­dung, etc.), das Be­reit­stel­len von Räu­men, die un­se­re Be­dürf­nis­se ab­de­cken, sowie Wahr­neh­mung und För­de­rung un­ab­hän­gi­ger Kul­tur­ar­beit. Zudem er­in­nern wir die Stadt Wien an die vie­len of­fe­nen An­fra­gen, Ver­spre­chen und Lip­pen­be­kennt­nis­se ge­gen­über di­ver­sen Grup­pen (Mo­v­i­men­to, Wa­gen­platz, Pan­kahyttn, uva. las­sen grü­ßen…).

Lasst uns uns zu­sam­men in die­sem (Groß­stadt-​)Dschun­gel be­haup­ten, denn ge­mein­sam kön­nen wir mehr er­rei­chen! In die­sem Sinne wol­len wir euch ein­la­den; schaut mal in der Schön­brun­ner­stra­ße 91 vor­bei. Unser breit ge­fä­cher­tes Pro­gramm für März fin­det ihr on­line

Über­dies könnt ihr euch über un­se­re ak­tu­el­len Tä­tig­kei­ten auf un­se­rer Home­page in­for­mie­ren: http://​kukuma.​blogsport.​de/​gruppen/​kaleidoskop/​

Kul­tu­rel­le Selbst­ver­wirk­li­chung kann ge­lebt wer­den, Komm vor­bei und pro­bier es aus! Liebe Grüße und auf bald, das Ka­lei­do­skop-​Team

Für Rück­fra­gen: ka­lei­do­skop [at] kukuma.​info

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